Hintergründe

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist die Ablehnung bestimmter Menschen aufgrund deren (unverschuldeter) Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. So werden Menschen nicht aufgrund persönlicher Eigenschaften bewertet, sondern nur über ihre Gruppenzugehörigkeit.
Das Konzept wurde von Wilhelm Heitmeyer entwickelt, der mit damit von 2002 und 2012 Diskriminierung in Deutschland untersuchte. Diese Ergebnisse wurden jährlich unter dem Titel „Deutsche Zustände“ veröffentlicht. Auch heute noch knüpfen die alle zwei Jahre veröffentlichten Mitte-Studien daran an. Dabei wird das Potential von Rechtspopulismus in der Mitte der deutschen Bevölkerung dargestellt, das Potential, welches sich gegen Fremde, schwache Gruppen und „Normabweichende“ wendet.

Rechtsextremismus in Zahlen

Die Zahl der rechtsextremen Straftaten in Deutschland steigt. Es wird vermutet, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen, denn Polizei und Staatsanwaltschaft ordnen nicht jede Straftat als politisch motiviert ein. Im Jahr 2015 wurden 21.993 rechts einzuordnende Delikte begangen. Das sind  30 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im gleichen Jahr wurden 5.620 linksextreme Straftaten gezählt.

Auch die Gewaltbereitschaft stieg an: Im Jahr 2015 wurden 921 rechtsextreme Gewalttaten (2014: 496) mit 691 Verletzten (2014: 431) registriert. Die meisten dieser Gewalttaten, insgesamt 612, hatten ein fremdenfeindliches Motiv. Die Zahl hat sich im Vergleich zu 2014 fast verdoppelt.
Die Zahl der Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte gibt ebenfalls Anlass zur Sorge. 924 Taten im Jahr 2015, davon 76 (auch versuchte) Brandstiftungen sind ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu den 199 Taten im Jahr 2014. Leider wird nur ein kleiner Teil der Straftaten aufgeklärt.

Wie auch die „Mitte-Studien“ zeigen, hat sich der momentane Zustand in den letzten Jahren schleichend entwickelt und an vielen Stellen eine Normalisierung menschenfeindlicher Positionen ermöglicht. Dies nutzen rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien für eigene Zwecke und bieten scheinbar einfache Lösungen zu komplexen Fragestellungen.

Viele junge Menschen sind in ihren Verbänden bereits für Geflüchtete aktiv, eine kleine Übersicht ihres Engagements findet ihr hier.

Hintergrundinformationen Rechtspopulismus & Rechtsextremismus

Alexander Häusler, Rainer Roesler, Lisa Scholten: Programmatik, Themensetzung und politische Praxis der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD)
PDF Größe ca. 1 MB

Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche&Rechtsextremismus: Impulse für den Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum
PDF Größe ca. 3 MB

Amadeu Antonio Stiftung: "Wir sind wieder da" - "Die Reichsbürger": Überzeugungen, Gefahren und Handlungsstrategien
PDF Größe ca. 1 MB

Hintergrundinformationen Flucht

Amadeu Antonio Stiftung, Pro Asyl: Pro Menschenrechte. Contra Vorurteile - Fakten und Argumente zur Debatte über Flüchtlinge in Deutschland und Europa.
PDF Größe ca. 1 MB

BAG K&R, Evangelische Akademie zu Berlin, Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin: Was tun damit's nicht brennt? Leitfaden zur Vermeidung von rassistisch aufgeladenen Konflikten im Umfeld von Sammelunterkünften für Flüchtlinge
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